Populismus


In der politischen Auseinandersetzung wird „Populismus“ sehr häufig als negativ konnotierter Begriff verwendet, um andere Politiker oder Parteien schlechtzureden. Er soll den politischen Gegner abwerten und deren Forderungen als lächerlich oder nicht realisierbar darstellen. Eine klare Bedeutung oder Definition für Populismus gibt es nicht. Es gibt jedoch einige Verhaltens- und Kommunikationsweisen, die häufiger als andere als populistisch bezeichnet werden.

Abgrenzung: Wir gegen Die

Eines der wichtigsten Instrumente von Populisten ist die Stimmungsmache gegen Feindbilder. Häufig sind das ökonomische oder politische Eliten, „die da oben“, die von Populisten beschuldigt werden, dem „einfachen Volk“ schaden zu wollen oder Teilhabe zu verwehren. Außerdem wird für populistische Feindbilder häufig auf stigmatisierte Gruppen, also bspw. religiöse, kulturelle oder sprachliche Minderheiten, zurückgegriffen. Populisten versuchen, ihre Zielgruppe durch aggressive Abgrenzung gegenüber diesen Minderheiten zu einer vermeintlichen Gemeinschaft einzuschwören. Gleichzeitig werden diese Feindbilder als Sündenböcke für verschiedenste Probleme benutzt.

Führungsfigur

Der Populismus ist abhängig von charismatischen Führungsfiguren. Diese Anführer treten in eine möglichst direkte Beziehung mit ihrer Zielgruppe. Dabei nutzen sie die Mechanismen der Massenmedien, um für Aufmerksamkeit zu sorgen. Ihr Auftritt ist häufig begleitet von Emotionalisierungen, einfachen Lösungen für komplexe Probleme und gezielten Tabubrüchen und Provokationen.

Das Volk

Ein weiteres Merkmal ist der Bezug auf das Volk. Hier liegt auch der lateinische Ursprung des Wortes (populus: das Volk). Populisten sprechen in Ihrer Kommunikation „das Volk“ oder „die einfachen Leute“ an. Dabei implizieren sie, dass das Volk eine homogene Masse von Menschen sei, die alle die gleiche Meinung vertreten. Ganz zufällig sind die Populisten dann die einzigen, die wissen, wie diese Meinung genau aussieht. Dabei wird das Volk häufig romantisch überhöht, zum Beispiel, wenn es als „hart arbeitend“ oder „ehrlich“ dargestellt wird.

Die Organisation

Populisten sind häufig in einer Bewegung organisiert. Diese wird aber in der Regel nicht Partei genannt, sondern beispielsweise Front, Liga oder Bund. Das dient der zusätzlichen Abgrenzung gegenüber den verhassten „etablierten Parteien“. Diese Bewegungen sind, entgegen häufiger Behauptungen, jedoch fast nie demokratisch organisiert, sondern streng hierarchisch auf den Anführer ausgerichtet.

Ideologisch sehr divers

Eine ideologische Gemeinsamkeit kann man zwischen verschiedenen Populisten selten feststellen. Deshalb wird zur weiteren Unterscheidung häufig noch ein beschreibendes Wort angehängt: Rechts- oder Linkspopulismus zum Beispiel. Aber auch innerhalb dieser Spektren gibt es eine große Vielfalt an Zielen und Methoden. Zur genauen Beschreibung einer politische Bewegung oder eines Politikers ist der Begriff also wenig geeignet.