Subsidiaritätsprinzip

Das Subsidiaritätsprinzip besagt, dass eine Aufgabe grundsätzlich von der kleinsten möglichen Ebene erfüllt werden sollte. Eine höhere Instanz soll nur dann einspringen, wenn die Ebene darunter mit der Aufgabe überfordert ist oder sie nur mit einem unverhältnismäßig hohem Aufwand bewältigen kann.

Befürworter des Subsidiaritätsprinzips sind der Meinung, dass Aufgaben am besten von denjenigen Leuten bewältigt werden können, die am nächsten am Geschehen sind, weil diese schneller und genauer handeln und auf neue Situationen eingehen können.

Sie erkennen jedoch an, dass einzelne Menschen, die die unterste Ebene bilden, nicht alle Aufgaben und Entscheidungen übernehmen können. So kann ein Mensch alleine schlecht seine eigene Feuerwehr organisieren oder den eigenen Müll verbrennen. Diese Aufgaben werden daher von der kommunalen Ebene übernommen.

Auch diese ist aber mit einigen Aufgaben überfordert. So werden Bildungspolitik, Verkehrspolitik und Teile der Sozialpolitik von den jeweiligen Bundesländern geregelt. Für diese ergibt es aber beispielsweise keinen Sinn, eine eigene Armee aufzustellen, weshalb das dann vom Bund übernommen wird.

Es gibt inzwischen auch viele Menschen, die diese Aufgabe lieber an die nächsthöhere Ebene, also die EU, übertragen wollen. Diese kümmert sich bislang um einen Teil der Außenpolitik sowie die Handelspolitik.

Die genaue Aufgabenverteilung zwischen den Ebenen ist am Ende jedoch für das Prinzip nebensächlich: Es steht vor Allem für den Glauben daran, dass Aufgaben prinzipiell besser von niedrigeren Ebenen erfüllt werden können. Eine höhere Ebene soll nur die Aufgaben übernehmen, die die Ebenen darunter nicht bewältigen können.