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Monarchie

Emi Borgert • Zuletzt aktualisiert: 1. Dezember 2021
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Was ist eine Monarchie?

Die Monarchie ist eine Staatsform, bei der eine Person, der Monarch, Staatsoberhaupt ist, bis er oder sie stirbt oder abdankt. Das Amt des Monarchen wird normalerweise im Adel durch Vererbung oder Wahl weitergegeben. Der Einfluss des Monarchen hängt von der Ausgestaltung der Monarchie ab. Am häufigsten ist heutzutage die parlamentarische Monarchie, bei der der Monarch fast keinen realpolitischen Einfluss hat. Das Gegenteil zur Monarchie ist die Republik.

Absolute Monarchie

L‘État, c‘est moi“: „Der Staat bin ich“.

So sah der Sonnenkönig Ludwig XIV seine Rolle im Staat. Seine Einstellung ist der perfekte Prototyp für die absolute Monarchie: Ich darf alles, ich entscheide alles, ich bin alles, was unser Staat braucht. Es gab dort also keine Gewaltenteilung.

In einer absoluten Monarchie darf der Monarch also über alles uneingeschränkt entschieden. Der Monarch ist „legibus absolutus“, das heißt „von den Gesetzen losgelöst“. Er kann also jegliches Gesetz erlassen, ohne sich selber an seine erlassenen Gesetze zu halten.

Wenn es also heißt: „Steuererhöhung für alle!“ heißt das in einer absoluten Monarchie: „Steuererhöhung für alle... außer den Monarchen

Heutzutage gibt es nur noch sehr wenige absolute Monarchien auf der Welt. Häufig ist es so, dass sich mit der Zeit konstitutionelle, parlamentarische oder mindestens absolute Monarchien mit demokratischen oder republikanischen Ansätzen aus rein absoluten Monarchien entwickelten. So wird zum Beispiel der Papst, der absolute Herrscher des Vatikanstaats, gewählt. Der ehemalige Papst hat keinen Einfluss darauf, wer sein Nachfolger wird.

Andere absolute Monarchien neben dem Vatikanstaat sind Brunei, Saudi-Arabien, Eswatini, Katar und Oman.

Konstitutionelle Monarchie

Die konstitutionelle Monarchie unterschiedet sich in dem Sinne von der absoluten Monarchie, dass der Monarch durch die Konstitution, also die Verfassung, eingeschränkt ist.

Wäre bspw. Deutschland eine konstitutionelle Monarchie, könnte der deutsche Monarch nicht einfach bestimmte Inhalte in der neuen Tageszeitung verbieten. Grund dafür ist, dass in unserer Verfassung, dem Grundgesetz, steht, dass Zensur nicht erlaubt ist.

Der Monarch ist also nicht mehr „legibus absolutus“. Auch er muss sich an die Gesetze halten.

Im Europa des 19. Jahrhunderts war die konstitutionelle Monarchie die am weitesten verbreitete Staatsform. Viele dieser Staaten entwickelten sich mit der Zeit zu parlamentarischen Monarchien weiter.

Ein historisches Beispiel für eine konstitutionelle Monarchie ist das deutsche Kaiserreich von 1871 bis 1918.

Aktuelle Beispiele sind Monaco, Thailand und das Fürstentum Liechtenstein.

Parlamentarische Monarchie

Wie schon im vorherigen Absatz erwähnt, entwickelten sich im Laufe der Zeit viele konstitutionelle Monarchien zu parlamentarischen Monarchien. Die parlamentarische Monarchie ist heutzutage die am weitesten verbreitete Form der Monarchie.

Der Monarch verliert in dieser Staatsform weiter an Einfluss, das Parlament und die gewählte Regierung übernehmen so gut wie alle Regierungsaufgaben.

Der Monarch ist zwar noch das Staatsoberhaupt, aber fungiert jetzt eher als Gesicht des Staates. Seine Aufgaben bestehen zum Beispiel aus der förmlichen Ernennung der Regierung und der Gerichte oder der Unterzeichnung von Gesetzen.

Die Aufgaben des Monarchen beschränken sich also eher auf symbolische Verfahren. Der Staat könnte auch gut ohne den Monarchen funktionieren.

Beispiele für parlamentarische Monarchien heutzutage sind Dänemark, Schweden und Großbritannien.

Fazit

Was die verschiedenen Staatsformen voneinander unterscheidet, ist die Menge an Einfluss, die dem Monarchen zufällt und resultierend daraus die Menge an Einfluss, die das Volk hat.

Von absoluter bis parlamentarischer Monarchie nimmt der Einfluss des Monarchen immer weiter ab, während der Einfluss des Volkes immer weiter steigt.

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Lobbyismus

29. November 2021  •  Julius Möller
Lobbyismus bezeichnet eine bestimmte Form der politischen Interessenvertretung. Vertreter von Interessengruppen (das können zum Beispiel Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften oder NGOs sein) versuchen dabei, vor allem durch persönliche Beziehungen, Einfluss auf Gesetzgebungsprozesse oder die Regierung zu nehmen. Der Begriff ist negativ konnotiert, weshalb Interessenverbände nicht darunter auftreten, sondern Begriffe, wie "public affairs", "Politikberatung" oder "politische Kommunikation" verwenden.
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